Meine kleine Welt

Alternative Möglichkeiten ein Hochhaus in Seoul zu verlassen

Wie die meisten asiatischen Großstädte besteht auch Seoul aus vielen modernen Wolkenkratzern. Es ist faszinierend und beeindruckend, wenn man das Glück hat, in einem Hotel einzuchecken, das in einem dieser Glaspaläste untergebracht ist. Hier sind die Zimmernummern fünfstellig und die ersten Hoteleigenen Zimmer erst ab der 83 zigsten Etage zu finden, um dann festzustellen, das sich darüber noch 50 weitere Stockwerke mit den luxuriösesten Herbergungsmöglickeiten befinden. Allerdings lassen sich die einzelnen Etagen mit dem Fahrstuhl nur erreichen, wenn man über eine entsprechende elektronische Berechtigung verfügt und die bekommt man in der Regel nur für die Ebene, in der sich das Zimmer befindet und außerdem nur für den Zeitraum des Aufenthalts.

Es wird also etwas kompliziert, wenn man Mitreisende aufsuchen möchte, die auf anderen Etagen untergebracht sind. Als ich dies einmal versucht habe, um einen Freund aufzusuchen, der zwei Ebenen über mir untergebracht war habe ich damit leidvolle Erfahrungen machen müssen. Auch weil ich dabei alternative Möglichkeiten zu den Fahrstühlen ausprobierte, um mich in dem Gebäude fortzubewegen. Dazu habe ich die Treppenhäuser oder Notausgang aufgesucht und musste sehr schnell feststellen, dass dies nicht eine meiner besten Ideen war.

Nicht das die Fluchtwege etwa durch irgendwelche Hindernisse blockiert oder gar verriegelt waren. Dazu sind die Sicherheitsvorschriften viel zu streng und werden auch viel zu sorgfältig überwacht. Kein Betreiber dieser Hochhäuser würde es sich erlauben dagegen zu verstoßen. Ganz im Gegenteil, die Fluchtwege sind hervorragend ausgeschildert und einfach zu erreichen. Und wenn man erst einmal in einem solchen Treppenhaus angekommen ist, dann gibt es nur noch einen Weg; runter und raus. Zurück geht nicht. Weder in die Etage, aus der man gerade gekommen ist, noch auf irgendeine andere.

Mir blieb also aus den oben genannten Sicherheitsgründen nichts anders übrig, als die Treppe bis in das Erdgeschoss herunterzusteigen. Am Ende war ich froh, das ich in der 112ten Etage untergebracht war und auch nicht im Penthouse in der 187sten. Es hat aber trotzdem eine ganze Weile gedauert, bis ich die Rezeption des Hotels erreicht hatte, um von dort aus den Weg zu meinem Bekannten erneut anzutreten. Diesmal aber mit dem Fahrstuhl und ausgestattet mit der entsprechenden Berechtigung auch dort auf der Ebene aussteigen zu dürfen, in der er sich aufhielt.

Nachdem ich ihm meinen Besuch abgestattet hatte, habe ich für den Rest des Tages dann beschlossen das Fitnessstudio im 145sten Stockwerk nicht noch extra aufzusuchen und soweit ich mich erinnern kann habe ich auch sonst alle Termine abgesagt da ich, nach der Erfahrung, nicht mehr der fitteste auf den Beinen war.

Wieder in meinem Zimmer angekommen wollte ich zumindest die atemberaubende Sicht aus meinem Fenster genießen. Bei dem Versuch die Bedieneinheit zu finden, die dafür nötig war den elektronisch gesteuerten Vorhang unter Kontrolle zu kriegen, um ihn beiseitezuschieben, entdeckte ich eine eierschalenfarbene Kunststoffkiste mit einer darauf abgebildeten schematischen Darstellung, die in Verbindung mit dem Karabiner in der Wand noch eine weitere Möglichkeit aufgezeigt hat das Gebäude in einer Notsituation zu verlassen.

Nach meiner Erfahrung mit dem Treppenhaus war ich aber nicht wirklich erpicht auch noch mit dieser Möglichkeit Bekanntschaft zu machen. Die Koreaner scheinen alle in Akrobatik einen Grundkurs belegt zu haben, anders ist mir sonst nicht zu erklären, wie man sich mit einem Drahtseil aus dem 112 Stock abseilen kann, um das Gebäude sicher verlassen zu können. Selbstverständlich, sollte man mit Kleinkindern reisen, sind diese in entsprechenden Kindertragen mitzuführen. Größere Kinder dürfen sich selbstverständlich unter Aufsicht eigenständig abseilen. Da bekommt der Begriff Multitasking doch gleich eine ganz neue Bedeutung.

Mit dem Trabi durch Berlin

Über 30 Jahre lang war der Trabant P601, kurz Trabi, das Fortbewegungsmittel der DDR. Seit 1958 war der Qualitätsanspruch der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau über den damals noch existierenden antifaschistischen Schutzwall hinweg berühmt und berüchtigt. Immerhin hat es in der Regel mehr als 15 Jahre gedauert, bis so ein Fahrzeug fertiggestellt war und an seine Kunden ausgeliefert werden konnte. Dann aber brachte es treu seine Besitzer und deren Familien bis an den Balaton und das Schwarze Meer. Nur der Ballermann und das Wattenmeer blieben unerreichbar. Die Hürden waren für diese Modellreihe einfach nicht zu überwinden.
Heute findet man den Trabi nur noch sehr selten auf den Straßen des wiedervereinigten Deutschlands, obwohl die meisten Hindernisse beiseite geschafft wurden. Selbst in Regionen wie Leipzig, Halle, Dresden und Chemnitz, wo es die größten Bestände gegeben hat, ist das Fahrzeug fast vollständig ausgestorben. So kommt es, dass sich ein paar engagierte Trabischützer dafür einsetzten, dass die motorisierte graue Plastikmaus nicht vollständig aus dem urbanen Habitat der neuen Bundesländer verschwindet, und bieten damit Stadtrundfahrten in ihrer natürlichen Umgebung an. Also in Berlin überwiegend in den östlichen Stadtteilen.
Die tuckernde und stinkende Zweitackerkolonne mit Plastikverkleidung, die vorgefahren kommt, könnte sich in Zeiten von Dieselgate und Feinstaubdiskussion prima in ihrer eigenen Abgaswolke verstecken, egal ob in Pastellgrau oder Pastellgrün. Trotzdem ist es eine einzigartige Lebenserfahrung sich in eines dieser Fahrzeuge zu setzen und durch Berlin zu tuckern. Das 3,5 m lange Gefährt lässt einen gnadenlos spüren, wie klamm es um den Haushalt in Berlin bestellt ist. Jedes Schlagloch der unterfinanzierten Infrastruktur versetzt dem Fahrer einen Schlag, um ihn und seinen Allerwertesten daran zu erinnern. Tuckernd und mehr hoppelnd als fahrend durchkreuzt man Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf und Treptow um nach einer Stunde mit Bandscheibenvorfall und guter Laune wieder vor dem Fernsehturm in Mitte anzukommen.

Bundesrepublik Deutschland

Deutschland ist ein Land voller Regeln und Vorschriften und trotzdem ein Land voller Freiheiten und Vielfalt. Das Land, in dem ich zurzeit offiziell lebe.
Schon dieses Land zu bereisen ist eine Weltreise für sich. Es gibt die Friesen im Norden mit ihrem dem Wetter angepassten herben und drögen Charakter. Dann sind da die sehr auf Tradition bedachten Bayern im Süden, die weltweit auf Postkarten mit ihren Kniestrümpfen und Lederhosen für dieses Land werben. Oder die Schwaben, die angeblich alles können, außer Hochdeutsch. Weiter im Osten findet man die Sachsen, die in keiner Satire wegen ihres berühmt berüchtigten Dialektes fehlen dürfen.

So kann man dieses Land bereisen und trifft dabei auf mehr Dialekte und Mundarten als es Nationen auf dieser kleinen Welt gibt. Allein im schwäbischen Sprachgebrauch gibt es je nach Region über 19 verschiedene Wörter und Begriffe für den Löwenzahn. Kein Wunder also, dass sich die Bürger dieses Landes nicht immer wie gewollt verständigen können.

Wie man dabei aber schnell feststellt, sind es nicht immer nur die unterschiedlichen Dialekte, die eine Verständigung schwierig bis unmöglich machen. Auch die vielfältigen Charaktereigenschaften der diversen Ethnien spielen dabei oft eine entscheidende Rolle. Das kann auch schon mal zu sehr kuriosen und für Außenstehende nur schwer nachvollziehbaren Zerwürfnissen kommen, wenn zum Beispiel in Berlin plötzlich Semmeln anstatt Schrippen verkauft werden.

Ich möchte jeden Besucher auffordern, mit mir die Städte und Regionen dieses Landes zu bereisen. Wer sich also die nachfolgenden Bilder anschaut und anklickt erlebt Deutschland so, wie ich Deutschland erlebt habe und auch noch erlebe.

Berlin

Nigeria

Nigeria, ein afrikanisches Land am Golf von Guinea, bietet viele Natursehenswürdigkeiten und Wildtierreservate. In den geschützten Gebieten wie dem Cross-River-Nationalpark und dem Yankari-Nationalpark befinden sich Wasserfälle, dichte Regenwälder, Savannen und Lebensräume seltener Primatenarten. Einer der bekanntesten Naturschauplätze ist der Zuma Rock, ein 725 m hoher Monolith vor der Hauptstadt Abuja, der auch auf der Landeswährung abgebildet ist.

Von Niger kommend war es die unerwartet letzte Station unserer kleinen Reisegruppe und gleichzeitig das erstmalige Betreten des Angelsächsischen Territoriums auf dem afrikanischen Kontinent mit allem was dazu gehört. Vom Linksverkehr über Golf bis zur Teatime war hier fast alles genauso wie in Großbritannien. Aber eben nur fast.

Die Straßen waren etwas weniger gut bis gar nicht ausgebaut. Den Linksverkehr gab es, wenn überhaupt, nur auf dem Papier und hätte in einem Land mit 90 % Analphabetismus eh kaum einer Verstanden. Daher fuhren, gingen, radelten oder trotteten die diversen Verkehrsteilnehmer kreuz und quer und gerne auch vor und zurück durch dieses bevölkerungsreichste Land Afrikas, mit entsprechender Verkehrsdichte.

Faszinierend sind auch die Golfplätze mit ihren Greens, Fairways, Bunkern und sonstigen Hindernissen. Alte Autowracks und sonstiger vor sich hin rostender Schrott wurde anstelle von imposanten Bäumen geschickt rechts und links im Gelände drapiert, um den Fairway zu markieren. Auch sollte man wissen, das zu der Zeit, als ich dieses Land besuchte, es dort fast keine Greens gab, sondern nur Browns. Bedingt durch den Wassermangel ist man auf die Idee gekommen, anstelle von Rasen einfach Sand mit Öl zu mischen, um so eine geeignete Fläche zum einputten hinzubekommen. Nur die Sandbunker, die in Europa aufwändig künstlich in die Golfanlagen integriert werden müssen, die waren auf den nigerianischen Golfplätzen natürlich vorkommender echter Wüstensand.

Das mit der Teatime, das hat wirklich hervorragend funktioniert. Schließlich finden sich im Süden Nigerias reichlich Teeplantagen, die den Weltmarkt mit den wichtigsten Zutaten für das Heißgetränk versorgen. Dabei fallen natürlich auch reichlich Blätter für den lokalen Markt an. Erwähnenswert ist hier eigentlich nur, dass das, was die Engländer, wie schon erwähnt, eher als Heißgetränk um 5 pm zur Teatime nach entsprechend zeremonieller Zubereitung zu sich nehmen, in diesem doch sehr heißen Land dann eher kalt getrunken wird und meist den ganzen Tag und nicht nur um 5 pm und meist auch ohne zeremonielle Zubereitung.

Wer jetzt von diesem Land noch mehr erfahren möchte, der kann durch anklicken der nachfolgenden Städte erleben, was mir in diesem Land widerfahren ist.

Passbilder in Lagos

Wenn man viel auf Reisen ist und dabei auch exotischere Länder besucht, kommt man nicht umhin mal Visa zu beantragen. Dazu sind zwingend folgende Dinge zum Konsulat oder zur Botschaft des Landes mitzubringen, das man gerne bereisen möchte:
  • 1 x Reisepass (mind. 6 Monate Gültig)
  • 1 x augefüllter Visaantrag mit entsprechend angeforderten Unterlagen
  • 2 x Passfoto
  • ggf. Gesundheitszeugnis oder Impfausweis
  • enstsprechende Vollmachten, wenn man Visa im Auftrag von mitreisenden beantragt.
Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Visum in Berlin oder in Lagos bestellt. Das Prozedere ist fast immer das Gleiche. Allerdings ist die Art und Weise wie man an die Unterlagen heran kommt nicht immer die Gleiche.
Als jemand der viel Erfahrung im Reisen und auch im Umgang mit Konsulaten und Botschaften hat, wurde ich in den 90ziger Jahren mal dazu ausgewählt für mich und meinen kleine Reisegruppe Visa in der Botschaft von Kamerun in Lagos/Nigeria zu beantragen. So etwas dauert in der Regel 24 Stunden, vorausgesetzt man hat wie oben beschrieben, alle Unterlagen vollständig, ausgefüllt und unterschrieben dabei. Gut vorbereitet machte ich mich auf die Reise von Kano, einer Stadt im Norden des Landes, auf den Weg in die damals über 1000 km entfernt liegende Hauptstadt Lagos. An alles hatte ich gedacht und doppelt geprüft, da eine Rückkehr ohne Visa unser Reisebudget und auch den Zeitrahmen komplett gesprengt hätte.
In der sicheren Annahme, dass ich nichts vergessen hatte, füllte ich die Unterlagen in der Botschaft aus, gab die Pässe und die Passbilder ab und wartete auf die Bestätigung, dass ich die Unterlagen alle am Folgetag wieder abholen könnte, als ein Mitarbeiter der Botschaft an mich herantrat und verkündete, dass ich für jeden Antrag nur ein Passbild abgegeben habe, es würden aber zwingend zwei Passbilder benötigt.
Da war guter Rat teuer. Für mich selbst war es kein Problem noch ein Passbild zu organisieren, da ich ja jederzeit zu einem Fotografen gehen konnte, um noch eins zu machen, aber was war mit den anderen aus meiner kleinen Reisegruppe? Die waren 1000 km weit weg und wir reden von den 90zigern, da gab es noch keine e-mails geschweige denn „mal eben einscannen und fertig“. Schweren Herzens musste ich also die Botschaft verlassen um eine Lösung zu finden. Und wie ich vor die Tür trete, erblicke ich den oben abgebildeten Mann mit seiner Kamera. Kurz entschlossen ging ich zu ihm hin und fragte ihn höflich, ob er wohl in der Lage sei, ein Bild aus dem Pass so abzufotografieren, das er daraus ein neues Passfoto machen könnte. Wie man nun an dem Bild oben unschwer erkennen kann, er konnte.
Und ich bin dann tatsächlich nach 24 Stunden mit drei gültigen Visa nach Kano zurückgekehrt.